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Neu entdeckt: Orbinaut „The Marmalade Mind“

Nicht immer muss großartige Musik viel Text haben: Das beweist das Debütalbum „The Marmalade Mind“ des Hamburger Musikers Henning Behrendt aka Orbinaut. Das Album ist meine Neuentdeckung des Jahresanfangs: Melodien wie aus einem 8-Bit-Game, die sich im Gehörgang festsetzen.

Eingefleischten Konsolenspiel-Liebhabern dürfte der Name Orbinaut ein Begriff sein: In Sonic the Hedgehog  – eine japanische Computerspielreihe, 1991 erstmals erschienen – gibt es einen Gegner namens Orbinaut, eine Art Miniplanet, um den wie Satelliten Stachelkugeln kreisen.

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Orbinauten aus: Sonic the Hedgehog (1991) stock artworkSonic Jam stock artwork

Und somit kommt der Name nicht von ungefähr: Denn Henning Behrendts ursprüngliche Idee war es, Musikmaterial für Videospiele zusammenzustellen. Mit dieser Branche liebäugle er, erzählt der Musiker, als Komponist dort zu arbeiten, sei sein Traum. Seine persönlichen Lieblingsspiele sind Sonic the Hedgehog 1 & 2 und Sonic Triple TroubleThe Legend of Zelda: A Link to the Past, Super MetroidEcco the Dolphin: Defender of the Future und Shadow Man.
Zu seinen Favoriten jüngeren Semesters zählen die Amanita Design Spiele (MachinariumBotaniculaSamorost). „Traditionsgemäß spiele ich mit Freunden außerdem viel Super Bomberman 2 und das erste Mario Party“, erzählt der 30-Jährige.

Mit „The Marmalade Mind“ gelingt Henning ein Werk mit elektronisch experimenteller Musik, die in verschiedenen Situationen super funktioniert: Chillig mit Kopfhörer auf dem Sofa, tanzbar im Club.
Die Computerspiel-Anklänge sind unüberhörbar und haben mich sofort gefesselt. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich bereits über Musik in Games geschrieben habe.

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Das Artwork für „The Marmalade Mind“ (von Julia Ahrens)

Auf „The Marmalade Mind“ finden sich ähnliche Songstrukturen und -muster: Da sind vor allem die Chiptune-Sounds, Synthesizer, Beats aus dem Drum-Computer, die einen bemerkenswerten Soundteppich erschaffen, kombiniert mit schrägen Samples wie knarzenden Türen, verstimmten Kontrabässen sowie orchestralen Kompositionen. Kurzum: Außergewöhnliche, kurzweilige Musik!

Live wird Henning begleitet von Frederik Fuhrmann (aka F. Pelzmann) an den Drums, mit dem er zusammen an der Hamburg School of Music studiert (Fuhrmann Schlagzeug, Behrendt Gitarre & Klavier). Gitarre spielt Benedikt Raab, der sonst mit der plattdeutschen Hip-Hop-Combo Blowm & Maddin un de Maudefaades unterwegs ist und mit dem er schon lange zusammen Musik macht. Henning selbst bedient live die Synthies und Ableton.

Diesen Sommer sind Orbinaut möglicherweise noch auf Festivals zu sehen. Henning Behrendt rührt dafür gerade kräftig die Werbetrommel. Wenn es Tourdaten gibt, werdet ihr es auf jeden Fall hier auf „Hör‘ mal auf den Text“ erfahren. Bis dahin verpasst es nicht, in „The Marmalade Mind“ reinzuhören, es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • 7/384
  • Lush
  • Ridley/Ripley
  • Smool

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