Der Soundtrack von Death Note (+ Gewinnspiel!!)

Du findest ein Notizbuch. Schnell wird klar: Jede Person, deren Namen du auf die Seiten schreibst, stirbt. Ohne, dass du selbst Hand anlegen musst. Ohne, dass dich jemand verdächtigt. Was wirst du tun?

Gegen Mangas existieren so manche Vorurteile: Auf der einen Seite seien sie unfassbar brutal und blutig, auf der anderen Seite kindisch, abgedreht und bevölkert von Frauen, die aussehen wie zwölf, aber mit überdimensionalen Vorbau und stets kurzem Röckchen. Die Wahrheit: All das stimmt.

Daneben gibt es aber noch zahlreiche Mangas, mit kluger Story, die ohne viel Sex und Gewalt auskommen und trotzdem (oder gerade deswegen?) Millionen Fans um sich scharen. Einer davon ist Death Note. Zwölf Bände umfasst die deutschsprachige Ausgabe des Mangas. In Japan gab es 2006 gleich zwei Realverfilmungen. Nahezu zeitgleich startete die Anime-Fernsehserie, die 2009 auch in Deutschland lief. Heutzutage ist der Anime auf Youtube (die ersten, deutschsprachigen Folgen haben gute Qualität, dann lässt es nach oder es gibt sie nur noch auf Englisch) oder im Abo auf der Plattform Anime on demand (erstklassige Qualität, Monatsabo 9,95 €) zu sehen.

Worum geht’s? Der Shinigami Ryuk lässt aus purer Langeweile sein Death Note auf die Erde zu den Menschen fallen. (Shinigami sind in Japan Todesgötter und entsprechen in etwa der westlichen personifizierten Vorstellung vom Tod, dem Sensenmann.) Der hochintelligente Musterschüler Light Yagami, zu Beginn der Geschichte 17 Jahre alt, findet das Notizbuch. Er ist arrogant bis in die Haarspitzen und gelangweilt vom Leben. Und enttäuscht von der Welt. So viele Menschen seien moralisch verdorben und hätten es eigentlich nicht verdient zu leben – so seine Denke. Und so weiß er schon bald das Death Note zu schätzen, als er herausfindet: Jeder Mensch, dessen Name auf die Seiten geschrieben wird, stirbt.

Death_Note_2_Kl
Light Yagami erklärt dem Shinigami Ryuk seine wahnwitzigen Pläne. (Für alle, die es nicht wissen: Manga liest man von rechts nach links)

Er sieht seine Chance gekommen, eine in seinen Augen reine und gerechte Welt zu erschaffen. Und so beginnt Light Verbrecher und Verurteilte mit dem Death Note hinzurichten. Er sagt:

“Sie [die Menschen] sollen merken, dass es jemanden gibt, der das Schwert der Gerechtigkeit schwingt. So kann niemand mehr etwas Böses tun. Und damit ist dann gewährleistet, dass die Welt sich zum Besseren verändert. Und während auf der einen Seite die offensichtlich Bösen nach und nach an Herzversagen sterben, lösche ich Schritt für Schritt auch die Unmoralischen und Rücksichtslosen durch Krankheiten oder Unfälle aus. Und irgendwann wird das gemeine Volk auch darauf aufmerksam werden. Sie begreifen: ‘Wenn ich Unrechtes tue, werde ich ausgeschaltet.’ So werde ich eine Welt erschaffen, die nur aus Menschen besteht, die erwiesenermaßen anständig und gutherzig sind.”

Das besagte gemeine Volk wird schnell auf Lights Taten aufmerksam. Bald existieren Webseiten, auf denen Kira (so der Name der Leute für den scheinbar übermächtigen Henker) innig verehrt wird. Lights Taten bleiben jedoch auch der Polizei nicht verborgen. Auch der schräge Meisterdetektiv L beginnt sich für diese außergewöhnliche Mordserie zu interessieren. Es beginnt ein spannendes Katz- und-Maus-Spiel, bei dem es eigentlich nur um eine Frage geht: Wer ist gerissener und dem anderen voraus – L oder Light?

Death_Note_L
Meisterdetektiv L betritt die Bühne des Geschehens. Er ist Lights härtester Widersacher.

Der Anime ist sehr sehenswert – und hat einen unfassbar guten Soundtrack. Aufwendig komponiert, ein Geniestreich. Hört euch nur diese E-Gitarren an! Die Highlights habe ich euch in meiner Youtube-Playlist zusammengestellt. Jeder wichtige Charakter hat sein eigenes Thema. Besonders großartig: Lights Theme.

Der Musterschüler als größenwahnsinniger Psychopath, der sich für einen Gott einer neuen Weltordnung hält: All das steckt in dieser Musik. Die Bösartigkeit, Gerissenheit des Protagonisten tropft aus jedem Ton. In den Kommentaren bei Youtube meinte jemand, das Lied versinnbildlichte den Aufstieg und Fall Lights. Ich finde, das trifft es gut. Light scheitert an seiner Arroganz, Selbstüberschätzung und Skrupellosigkeit. Mögen seine Motive zu Anfang noch lauter gewesen sein, gilt für ihn im Laufe der Geschichte immer mehr der Aphorismus von Friedrich Nietzsche:

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein. (Aphorismus 146 in „Jenseits von Gut und Böse“)

Im Internet gibt es regelrechte Light-Lager und er wird als (Anti-)Held gefeiert. Mir ist die Figur zu arrogant. Weniger davon, dafür etwas mehr schlechtes Gewissen und Zweifel hier und da, und der Plot und der Protagonist hätten richtig grandios werden können. So ist es für jeden halbwegs normal denkenden Menschen klar, auf welcher Seite er steht. Nämlich auf der Seite der Polizei und Detektive L und Near, die übrigens ebenfalls ein eigenes musikalisches Thema erhalten haben. Rasant, abgeklärt, cool – die Musik erinnert an einen Puzzlespieler, der die Stücke unglaublich schnell zusammengesetzt. Misas Lied – eine der wenigen weiblichen Protagonistinnen – ist fröhlich und traurig zugleich. Rem’s Thema dagegen tiefmelancholisch. Der Soundtrack von Death Note zeigt eindrucksvoll, wie viel Charakter und Tiefe in instrumentaler Musik transportiert werden kann.

Jetzt seid ihr dran: Kennt ihr Death Note oder könnt ihr mit Mangas oder Animes gar nichts anfangen? Wie gefällt euch der Soundtrack, auch wenn ihr den Anime nicht kennt? Es soll euer Schaden nicht sein, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen, denn:

Das Beste zum Schluss: GEWINNSPIEL!!

Ich verlose unten all jenen, die mir einen (sinnvollen) Kommentar zu Death Note unter diesem Beitrag hinterlassen, Band 1 und 2 von Death Note (Neupreis insgesamt 13 Euro). Teilnahmeberechtigt sind alle Menschen über 18 mit Wohnsitz in Deutschland. Mitmachen könnt ihr bis zum 11. Juni, 24 Uhr. Den Gewinner ermittel ich dann per Papierlos und er oder sie erhält dann eine E-Mail von mir zwecks Adresse. So einfach. 🙂

Ich freu’ mich über jeden Teilnehmer!!

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu „Der Soundtrack von Death Note (+ Gewinnspiel!!)

  1. Den Manga habe ich bisher noch nicht gelesen, aber den Anime fand ich echt gut. Deshalb bin ich momentan auch echt auf die Live-Action Verfilmung gespannt, die noch dieses Jahr auf Netflix erscheinen soll. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen Kommentar! Ja, auf die Netflix-Verfilmung bin ich auch sehr gespannt, aber auch skeptisch, da ich mir die Figuren mit realen Schauspielern gar nicht vorstellen kann. Aber anschauen werd‘ ich es mir wohl trotzdem. ^^

      Gefällt mir

  2. Dein Artikel liest sich wunderbar und macht wirklich Lust sich den Manga/Anime einmal genauer Anzusehen. Mit der Materie hab ich mich ein gutes Jahrzehnt, nach meiner Sucht nach Ranma und Inuyasha, gar nicht mehr beschäftigt. Die Story gibt eine gute Möglichkeit komplexe und vielschichtige Protagonisten zu erschaffen, deren Entwickung Leser fesselt. Einer Realverfilmung steh ich erstmal etwas kritsch gegenüber, für mich hatten Manga/Anime immer einen besondere stilistische Finesse, Gefühle und Handlungen dazustellen. Ich hoffe den Machern der Serie gelingt es diese mit ihren Mitteln gleichwertig zu übermitteln.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s